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Residenztheater "Die Räuber" - Eingeladen zum Berliner Theatertreffen
Montag 20. Februar 2017
Am 7. Februar 2017 hat die Jury die Auswahl von 10 Produktionen für das 54. Theatertreffen bekannt gegeben.

Eingeladen zum Berliner Theatertreffen wurde auch das Münchner Residenztheater mit der furiosen Inszenierung "Die Räuber" von Ulrich Rasche, über das die Jury konstatiert: "In einer Epoche der aufkommenden Massenbewegungen, da sich Demokratiefeinde auf Marktplätzen wie auf Social-Media-Plattformen gegen die offene Gesellschaft formieren, bietet Ulrich Rasches eigenwillig strenges und über Jahre verfeinertes Chortheater das Kunstwerk der Stunde. Rasche platziert seine Spieler*innen auf riesigen Laufbändern, die wie Panzerketten rotieren, sich gen Himmel heben und gen Abgrund neigen. Egal ob der Moor’sche Haushalt, der vom Intriganten Franz gekapert wird, oder die Räuberhorde um Karl Moor – alle schreiten wie Galeerensklaven einher; alle geraten in den Sog der Masse, den Rasches Komponist Ari Benjamin Meyers mit meditativen, archaischen Trommelkompositionen kongenial orchestriert. An diesem opernhaften, düsteren Abend verdichten sich die Durchbruchsphantasien und die Kritik der Instanzen, die Schillers Protagonist*innen entflammen, zum apokalyptischen Mahnmal."

Ebenfalls eingeladen zum Theatertreffen wurde das Projekt "Five Easy Pieces" von Milo Rau, eine internationale Koproduktion, an der auch die Münchner Kammerspiele beteiligt sind und über das die Jury urteilt: "Ein Theaterstück über den belgischen Kindermörder Marc Dutroux ausgerechnet mit Kindern zwischen 8 und 14 Jahren auf die Bühne zu bringen – das riecht nach Skandal und einer Idee des Schweizer Regisseurs Milo Rau, der sich schon länger mit der Darstellbarkeit des Bösen befasst. In „Five Easy Pieces“ verdoppelt Rau die Theatersituation, indem er sieben Kinder und einen Regisseur (Peter Seynaeve) beim Proben zeigt. Die auf dokumentarischem Material beruhenden Szenen rund um den Fall Dutroux – Interviews mit dem Vater des Täters, aber auch mit Eltern der Opfer, der Bericht eines Polizisten, der nie verschickte Brief eines entführten Mädchens an ihre Eltern – werden zunehmend von der Frage überlagert, wie und ob überhaupt Kinder in diesem Fall Figuren spielen können. In seiner hochambivalenten, die eigene Ethik streng reflektierenden Inszenierung gelingt es Milo Rau, die selbstbewussten Individualitäten der Genter Kinder gegen das Böse, auch in der Kunst, in Szene zu setzen."

Das 54. Theatertreffen findet vom 5. bis 21. Mai 2017 statt.
Mehr: www.berlinerfestspiele.de
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